In der modernen Architektur hat die Glastrennwand längst ihren festen Platz eingenommen. Ob im agilen Großraumbüro, in der stilvollen Arztpraxis, im repräsentativen Konferenzraum oder im privaten Wohnbereich – Glaswände schaffen Transparenz, maximieren den Lichteinfall und verleihen jedem Raum eine offene, gleichzeitig klar strukturierte Atmosphäre.
Die Planung einer Glastrennwand ist jedoch deutlich mehr als die Auswahl einer Glasart. Es ist ein strukturierter Prozess, der eine sorgfältige Analyse von Bedürfnissen, technischen Anforderungen und ästhetischen Vorstellungen erfordert. Diese Anleitung führt Sie in sieben Schritten durch die Projektplanung – von der ersten Bedarfsanalyse bis zur Abnahme – und benennt dabei die relevanten Normen, damit Ihr Projekt von Beginn an auf einem belastbaren Fundament steht.
Schritt 1: Die Bedarfsanalyse – Was soll Ihre Glastrennwand leisten?
Bevor Sie sich in technische Details vertiefen, ist es entscheidend, den primären Zweck Ihrer Glastrennwand klar zu definieren. Die Anforderungen an eine Trennwand in einem belebten Großraumbüro unterscheiden sich erheblich von denen einer repräsentativen Konferenzraumabtrennung oder einer diskreten Arztpraxis. Wer diese Phase überspringt, korrigiert später teuer nach – die Bedarfsanalyse ist die wirtschaftlich wichtigste Etappe des gesamten Projekts.
Funktionalität im Fokus
Stellen Sie sich zu Beginn die richtigen Fragen: Sollen einzelne Büros oder Besprechungsräume abgetrennt werden? Wie flexibel muss die Trennung sein – ist eine dauerhafte bauliche Lösung gewünscht oder eine bei Bedarf veränderbare Struktur? Ist das Hauptziel, möglichst viel Tageslicht in angrenzende Bereiche zu leiten? Wird ein permanenter oder ein temporärer Sichtschutz benötigt? Und nicht zuletzt: Wo werden Türen benötigt und welche Öffnungsbreiten sind dafür erforderlich?
Erfassen Sie außerdem die Rahmenbedingungen der Nutzung. Eine Trennwand zwischen Verkehrsfläche und Konzentrationsarbeitsplatz hat andere akustische Anforderungen als eine reine Sichttrennung innerhalb einer Abteilung. Auch die Personenzahl, das übliche Gesprächsaufkommen und vertrauliche Tätigkeiten – etwa Personalgespräche oder Patientenkommunikation – gehören in dieses Anforderungsprofil.
Hilfreich ist es, das Ergebnis dieser Phase schriftlich als kompaktes Lastenheft festzuhalten. Es bildet die gemeinsame Grundlage für alle Beteiligten – Bauherrschaft, Architektur, Fachplanung und Verarbeiter – und stellt sicher, dass spätere Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus, sondern entlang klar definierter Ziele getroffen werden. Typische Punkte eines solchen Lastenhefts sind die abzutrennenden Bereiche, geforderte Schall- und Brandschutzwerte, Türanzahl und Öffnungsbreiten, der gewünschte Grad an Transparenz oder Sichtschutz sowie ein realistischer Terminrahmen.
Budgetplanung und Investition
Eine realistische Einschätzung des Budgets ist von Beginn an entscheidend. Die Kosten variieren je nach System, Glasart, Schall- und Brandschutzanforderungen sowie Montageaufwand. Als grobe Orientierung: Das X-Simply 2.0 System startet ab ca. 500 €/m², das X-Double 2.0 System ab ca. 900 €/m² – jeweils inklusive Montage und ohne Tür. Wer Budget und Anforderungsprofil früh aufeinander abstimmt, vermeidet Planungsschleifen und kann gezielt das passende Systemniveau wählen.
Schritt 2: Welche technischen Anforderungen muss eine Glastrennwand erfüllen?
Eine Glastrennwand muss neben der Raumteilung vor allem zwei bauphysikalische Aufgaben erfüllen: Schallschutz und – je nach Einsatzort – Brandschutz. Beide Themen sind normativ geregelt und sollten bereits in der Konzeptphase festgelegt werden, da sie die Systemwahl maßgeblich bestimmen.
Schallschutz nach DIN 4109, VDI 2569 und DIN 18041
In modernen Arbeitsumgebungen ist die Reduzierung von Lärm ein Schlüsselfaktor für Konzentration und Wohlbefinden. Für den baulichen Schallschutz zwischen Räumen gilt DIN 4109, die Anforderungen an die Luftschalldämmung von Trennbauteilen formuliert. Die VDI 2569 ergänzt diese Vorgaben speziell für Büroräume und unterscheidet dort akustische Komfortklassen. Für die Raumakustik – also Nachhallzeit und Sprachverständlichkeit innerhalb eines Raumes – ist zusätzlich DIN 18041 maßgeblich.
Das X-Simply 2.0 System mit einer Profilhöhe von 35 mm bietet eine Einfachverglasung aus ESG/VSG und erreicht einen Schallschutzwert von bis zu Rw,P 37 dB – ideal für Büros mit mittlerem Gesprächsaufkommen. Für höchste Anforderungen ist das X-Double 2.0 System die richtige Wahl: Mit 50 mm Profilhöhe und Doppelverglasung aus ESG/VSG erzielt es bis zu Rw,P 47 dB – passend für Konferenzräume, Chefetagen oder Arztpraxen, in denen absolute Diskretion unerlässlich ist. Vertiefende Hinweise zur akustischen Auslegung finden Sie auf unserer Seite zum Schallschutz.
Brandschutz nach DIN EN 13501
Wo Glastrennwände Flucht- und Rettungswege begrenzen oder Brandabschnitte trennen, kommt der Brandschutz ins Spiel. Das Brandverhalten von Bauteilen wird europäisch nach DIN EN 13501 klassifiziert; die Feuerwiderstandsdauer wird in Klassen wie EI30 oder EI60 ausgewiesen. Für entsprechende Anforderungen bietet XFRAME spezialisierte Systeme: das X-Simply 2.0 Fire mit 35 mm Profilhöhe und Brandschutz-Einfachverglasung sowie das X-Double 2.0 Fire mit 50 mm Profilhöhe und Brandschutz-Doppelverglasung.
Ob und welche Brandschutzklasse erforderlich ist, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept des jeweiligen Gebäudes – dieses sollte frühzeitig mit dem Planungsteam abgestimmt werden. Weiterführende Informationen bündelt unsere Seite zum Brandschutz. Alle XFRAME Glasprofile sind CE-zertifiziert nach EAD 210005-00-505.
Statik und Glasbemessung nach DIN 18008
Über Schall- und Brandschutz hinaus ist die statische Bemessung der Verglasung zu beachten. DIN 18008 regelt die Bemessungs- und Konstruktionsregeln für Glas im Bauwesen und legt fest, welche Glasaufbauten – etwa Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) oder Verbund-Sicherheitsglas (VSG) – für welche Einbausituation zulässig sind. Relevant wird dies insbesondere bei absturzsichernden Verglasungen, bei größeren Scheibenformaten und bei Türelementen, die mechanisch stärker beansprucht werden. XFRAME setzt durchgängig auf geprüfte ESG/VSG-Aufbauten und stimmt die Glasdicke auf Format und Einbausituation ab.
Anforderungen früh dokumentieren
Schall-, Brand- und Glasanforderungen sollten gemeinsam mit den Türpositionen in einem konsolidierten Anforderungsplan festgehalten werden. So lässt sich vermeiden, dass einzelne Aspekte erst nach der Systemfestlegung auffallen und nachträgliche Änderungen Termine und Budget belasten. Dieser Plan ist zugleich die Schnittstelle zwischen dem Lastenheft aus Schritt 1 und der konkreten Systemwahl in Schritt 5.
Schritt 3: Design und Ästhetik – Die visuelle Wirkung
Das technische Fundament steht, nun geht es um die Gestaltung. Eine Glastrennwand ist ein zentrales gestalterisches Element, das die Atmosphäre eines Raumes maßgeblich beeinflusst. Profilsystem, Glasart und Oberfläche entscheiden darüber, ob die Wand zurückhaltend in den Hintergrund tritt oder als bewusstes Designelement wirkt.
Profilsystem wählen: X-Simply 2.0 oder X-Double 2.0?
Das X-Simply 2.0 steht mit seiner schlanken Profilhöhe von nur 35 mm für maximale Transparenz und ein minimalistisches Design. Die Aluminiumprofile sind korrosionsbeständig und gewährleisten eine lange Lebensdauer. Das X-Double 2.0 bietet mit 50 mm Profilhöhe eine robustere Optik und die Möglichkeit der Doppelverglasung – ideal, wenn höhere Anforderungen an Schallschutz und Stabilität bestehen.
Die Entscheidung zwischen beiden Systemen sollte nicht allein ästhetisch fallen, sondern das Ergebnis der Schritte 1 und 2 aufnehmen: Wo schlanke Transparenz und moderate Schallschutzwerte genügen, ist X-Simply 2.0 die wirtschaftliche Wahl; wo Vertraulichkeit und höhere Dämmwerte gefordert sind, führt X-Double 2.0 zum Ziel.
Verglasungsarten und Individualisierung
Bei der Verglasung selbst stehen mehrere Optionen zur Verfügung, die sich an Funktion und Gestaltungswunsch ausrichten:
- Klarglas bietet maximale Transparenz und einen ungestörten Lichtdurchlass.
- Satiniertes Glas sorgt für diffuses Licht und einen dezenten Sichtschutz, ohne den Raum optisch zu verschließen.
- Bedrucktes oder foliertes Glas ermöglicht eine individuelle Gestaltung mit Firmenlogos, Mustern oder grafischen Elementen.
- Schaltbares Glas wechselt auf Knopfdruck von transparent zu blickdicht und bietet damit höchste Flexibilität für Bereiche, die je nach Bedarf offen oder privat sein sollen.
Ergänzend lassen sich die Profile in verschiedenen Oberflächen und RAL-Farben ausführen, sodass sich die Trennwand präzise in das Farb- und Materialkonzept eines Gebäudes einfügt.
Schritt 4: Warum ist eine präzise Vermessung entscheidend?
Eine akkurate Vermessung ist unerlässlich, weil Glaselemente maßgefertigt werden und keine Toleranzreserve wie verputzte Wände bieten – jeder Millimeter zählt. Ein erfahrener Spezialist nimmt die genauen Maße Ihrer Räumlichkeiten auf und berücksichtigt dabei Bodenbeschaffenheit, Deckenkonstruktion, Wandanschlüsse und Haustechnik.
Gerade unebene Böden, abgehängte Decken oder verdeckt geführte Leitungen können die Planung beeinflussen und müssen vor der Produktion bekannt sein. Basierend auf den Vermessungsdaten entstehen detaillierte CAD-Zeichnungen und auf Wunsch 3D-Visualisierungen. So sehen Sie bereits vor der Produktion, wie sich das Design in die Umgebung einfügt, und können Anschlüsse, Türpositionen und Profilverläufe verbindlich freigeben. Dieser Schritt minimiert das Risiko teurer Nacharbeiten und ist die Grundlage für eine passgenaue Montage.
Idealerweise erfolgt das Aufmaß erst, wenn der Rohbau beziehungsweise die angrenzenden Gewerke einen Stand erreicht haben, der keine maßrelevanten Änderungen mehr erwarten lässt – nachträgliche Bodenaufbauten oder Deckenverkleidungen können sonst die freigegebenen Maße verfälschen. Folgende Punkte sollten bei der Bestandsaufnahme dokumentiert werden:
- Bodenniveau und Ebenheit über die gesamte Wandlänge, da Höhenunterschiede die Profilausbildung am Boden beeinflussen.
- Deckenanschluss – massive Decke oder abgehängte Konstruktion – mit Angabe der tatsächlich tragfähigen Befestigungsebene.
- Wandanschlüsse und deren Beschaffenheit, um geeignete Befestigungs- und Dichtungsdetails festzulegen.
- Haustechnik im Anschlussbereich, etwa Leitungen, Lüftungsauslässe oder Beleuchtung, die in die Detailplanung einfließen muss.
Eine vollständige Datenbasis an dieser Stelle ist die beste Versicherung gegen Verzögerungen in der Montagephase.
Schritt 5: Systemauswahl – XFRAME Produkte im Überblick
Mit den Ergebnissen aus Bedarfsanalyse, technischer Auslegung und Gestaltung lässt sich das passende System final festlegen. Alle XFRAME Systeme sind CE-zertifiziert nach EAD 210005-00-505 und auf die relevanten Normen für Schall- und Brandschutz ausgelegt. Ein besonderer Vorteil über den gesamten Lebenszyklus: Einzelne Glasscheiben können ohne Demontage des gesamten Rahmens ausgetauscht werden, was Wartungsarbeiten erheblich vereinfacht und Kosten spart.
Der folgende Systemvergleich fasst die wichtigsten Kenngrößen zusammen:
- X-Simply 2.0 – 35 mm Profilhöhe, ESG/VSG-Einfachverglasung, Schallschutz bis Rw,P 37 dB, ab ca. 500 €/m². Die transparente, minimalistische Lösung für Büros und Bereiche mit mittlerem Schallschutzbedarf.
- X-Double 2.0 – 50 mm Profilhöhe, ESG/VSG-Doppelverglasung, Schallschutz bis Rw,P 47 dB, ab ca. 900 €/m². Die robuste Lösung für Konferenzräume, Chefetagen und Praxen mit hohen Vertraulichkeitsanforderungen.
- X-Simply 2.0 Fire – 35 mm Profilhöhe, Brandschutz-Einfachverglasung. Schlanke Profiloptik für brandschutztechnisch relevante Bereiche.
- X-Double 2.0 Fire – 50 mm Profilhöhe, Brandschutz-Doppelverglasung. Kombiniert erhöhten Schallschutz mit Brandschutzanforderungen.
Welches System wirtschaftlich und technisch optimal ist, ergibt sich aus dem konkreten Anforderungsprofil. Wer mehrere Raumtypen in einem Gebäude ausstattet, kombiniert die Systeme häufig – etwa X-Simply 2.0 für offene Arbeitsbereiche und X-Double 2.0 für Besprechungsräume.
Schritt 6: Angebot und Beauftragung
Nach Klärung aller Details erhalten Sie ein detailliertes Angebot mit Kostenaufstellung, Leistungsbeschreibung und Terminplanung. Ein verbindliches Angebot setzt voraus, dass Bedarfsanalyse und Vermessung abgeschlossen sind – nur dann lassen sich Mengen, Glasaufbauten und Montageaufwand belastbar kalkulieren.
Ein fester Ansprechpartner von XFRAME begleitet Ihr Projekt von Anfang bis Ende und koordiniert alle Schritte – von der finalen Systemfreigabe über die Produktion bis zur Terminabstimmung für die Montage. Diese durchgehende Betreuung sorgt für klare Verantwortlichkeiten und kurze Kommunikationswege, was gerade bei terminkritischen Bauvorhaben entscheidend ist.
Schritt 7: Montage und Abnahme – Das Projekt wird Realität
Im letzten Schritt wird die Planung gebaute Realität. Erfahrene Montageteams, die auf die Installation von Glastrennwänden spezialisiert sind, richten die Profile exakt aus und befestigen sie; die Glaselemente werden anschließend millimetergenau eingesetzt. Die fachgerechte Montage ist entscheidend dafür, dass die geplanten Schall- und Brandschutzwerte auch tatsächlich erreicht werden – Anschlussfugen und Profilverbindungen müssen sauber ausgeführt sein.
Nach Abschluss der Montage erfolgt die gemeinsame Abnahme. Dazu gehören die Funktionsprüfung aller beweglichen Teile, die visuelle Inspektion der Glasflächen und Profile sowie die Überprüfung aller technischen Spezifikationen. Erst mit der dokumentierten Abnahme ist das Projekt formal abgeschlossen – und Ihre Glastrennwand erfüllt nachweisbar die in der Planung definierten Anforderungen.
Glastrennwand planen: Die wichtigsten Punkte im Überblick
Die Planung einer Glastrennwand folgt einem klaren Ablauf: Bedarfsanalyse, technische Auslegung von Schall- und Brandschutz, Design, Vermessung, Systemauswahl, Angebot und schließlich Montage mit Abnahme. Wer diese Reihenfolge einhält, trifft jede Entscheidung auf Basis der vorangegangenen Schritte und vermeidet kostspielige Korrekturen.
Maßgeblich sind dabei die einschlägigen Normen – DIN 18008 für Glas im Bauwesen, DIN 4109 und VDI 2569 für den Schallschutz, DIN 18041 für die Raumakustik sowie DIN EN 13501 für den Brandschutz. XFRAME bietet mit den Systemen X-Simply 2.0 und X-Double 2.0 sowie deren Fire-Varianten ein abgestimmtes, CE-zertifiziertes Profilprogramm für nahezu jedes Anforderungsprofil. Für eine projektbezogene Auslegung und ein maßgeschneidertes Angebot steht Ihnen unser Team über die Seite Kontakt zur Verfügung.